Wölfe in Sachen

11.01.2018:

Das Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" und das Landratsamt Görlitz informieren:

Das Tier, dass Ende Dezember 2017 im Landkreis Görlitz zwei Hunde getötet hat, ist aller Wahrscheinlichkeit nach identifiziert. Es handelt sich um einen Wolf, der von einer automatisch auslösenden Wildkamera fotografiert wurde. Das Tier wurde mehrfach in der Nähe von bzw. auf Grundstücken gesichtet. Das zuständige Landratsamt in Görlitz stimmt sich derzeit mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) über die zu ergreifenden Maßnahmen ab. Um die Umsetzung nicht zu gefährden, können gegenwärtig keine weiteren Details dazu veröffentlicht werden. Parallel wird über die Untersuchung von Genetikproben versucht, die Identität und Rudelzugehörigkeit des Wolfes abschließend zu klären.
Besitzern von Hunden und Katzen im nördlichen Teil des Landkreises Görlitz wird bis auf weiteres empfohlen, ihre Tiere unter Aufsicht zu halten. Wolfssichtungen aus diesem Bereich möchten bitte jeweils möglichst zeitnah an das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ (Tel. 035772 46762, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), das Landratsamt Görlitz (Tel. 03588 2233-3401, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und Forschung (Tel. 035727 57762, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) gemeldet werden.

28.12.2017:

Am 27. und 28. Dezember 2017 wurden dem sächsischen Wolfsmanagement aus den Gemeinden Weißkeißel und Krauschwitz (beides Landkreis Görlitz) zwei Vorfälle gemeldet, bei denen ein Hund verletzt bzw. ein Hund getötet wurde. In beiden Fällen befanden sich die Hunde auf dem Grundstück ihrer Besitzer und die Besitzer sahen auf dem Grundstück ein Tier, welches sie als wolfsähnlich beschrieben.

Das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung wurde in beiden Fällen zeitnah informiert, untersuchte die Vorfälle vor Ort und nahm Genetikproben an dem verletzten, sowie toten Hund. Außerdem wurde der Kadaver des toten Hundes zur weiteren Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. Hier werden auch alle toten Wölfe untersucht.
Zum derzeitigen Zeitpunkt lässt sich nicht sagen, ob die Hunde von einem Wolf oder einem Hund angegriffen wurden. Die Untersuchungen des Kadavers bzw. der Genetikproben sollen weitere Aufschlüsse bringen. Auch wurden vor Ort automatische Wildkameras aufgestellt für den Fall, dass das Tier nochmals zurückkehrt.

Aufgrund der beiden Vorfälle bittet das sächsische Wolfsmanagement alle Hundebesitzer im Bereich Krauschwitz / Weißkeißel / Weißwasser, ihre Tiere gut zu beaufsichtigen und möglichst über Nacht zu sichern. Außerdem sollten Sichtungen von Wölfen oder streunenden Hunden in diesen Bereichen umgehend an das LUPUS Institut oder das Landratsamt Görlitz gemeldet werden.

Kontaktinformationen:

LUPUS Institut: Tel. 0173 / 3572 329

Landratsamt Görlitz, Kreisforstamt: Tel. 03588 / 2233 3401

Sobald neue Informationen vorliegen wird das Kontaktbüro darüber informieren.

Mit einer gemeinsamen Medieninfomation des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und des Landratsamtes Bautzen vom 27.10.2017, wurde darüber informiert, dass im Rosenthaler Rudel ein Wolf entnommen werden darf. Das SMUL hat sein Einvernehmen zu der Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes Bautzen erteilt. 

Weitere Informationen hierzu finden Sie in den beiden folgenden Dokumenten:

Medieninformation vom 27.10.2017 des SMUL und LRA Bautzen

Antworten auf häufige Fragen zu der Entscheidung (FAQ)

11.10.2017

Die wiederholt durch ungewöhnliche Nahbegegnungen mit Menschen auffällig gewordenen Wolfswelpen des Milkeler Rudels im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft (Kontaktbüro berichtetet PM v. 28.09.2017) werden im Rahmen des sächsischen Wolfsmanagements vergrämt. Eine entsprechende Ausnahmegenehmigung wurde am 05.10.2017 von der Landesdirektion Sachsen gegenüber der Biosphärenreservatsverwaltung erteilt. Die Maßnahme erfolgt durch Mitarbeiter der Biosphärenreservatsverwaltung und des LUPUS Institutes für Wolfsmonitoring- und forschung.

Mindestens drei der derzeit ca. 6 Monate alten Welpen des Milkleler Rudels zeigten in den letzten Wochen bei einigen Begegnungen mit Menschen kaum Fluchtverhalten. Sie näherten sich den Menschen dabei neugierig auf wenige Meter an bzw. untersuchten Gegenstände in deren unmittelbaren Nähe, ohne aggressiv zu sein. Welche Ursachen/ Umstände zu diesem Verhalten geführt haben, z.B. ob die Welpen angefüttert wurden, ist gegenwärtig nicht bekannt. 

Nun wird versucht den Tieren dieses ungewöhnliche und unerwünschte Verhalten durch Vergrämung abzugewöhnen. Dies kann durch den Beschuss mit Gummimunition erreicht werden. Den Tieren soll dabei ein kurzzeitiger Schmerz, aber keine Verletzungen oder dauerhafter Schaden, zugefügt werden. Dabei sollen sie die unangenehmen Reize mit Menschen in Verbindung bringen.

Eine gewisse Neugier und eine verzögertes Fluchtverhalten ist für Jungtiere nicht ungewöhnlich, die interessierte Annäherung an Menschen, wie sie die Welpen des Milkler Rudels wiederholt zeigten kann aber zu einem Gewöhnungseffekt und bei älteren Tieren dann zu Konflikten bei der Begegnung mit Menschen führen. Das soll durch die Vergrämung verhindert werden.

Wolfssichtungen und sonstige Wolfshinweise melden Sie bitte an das zuständige Landratsamt, das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland (Tel.: 035727 57762, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder das Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" (Tel.: 035772 46762, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

28.09.2017

Im Kerngebiet des Milkeler Wolfsrudels gab es in letzter Zeit Fälle, in denen die aktuell knapp 5 Monate alten Welpen durch ungewöhnliche Nahbegegnungen mit Menschen auf sich aufmerksam machten. Die Tiere zeigten bei Begegnungen kaum Fluchtverhalten, näherten sich neugierig Menschen teilweise bis auf wenige Meter an, ohne aggressiv zu sein.

Es ist bekannt, dass Wolfswelpen neugieriger und weniger vorsichtig reagieren als erwachsene Wölfe. Das Verhalten dieser Welpen lässt jedoch vermuten, dass sie sich in den letzten Wochen an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt, eventuell sogar positive Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Im Rahmen des Sächsischen Wolfsmanagements untersuchen die Biologen des Instituts für Wolfsmonitoring und -forschung in Zusammenarbeit mit dem für die Flächen zuständigen Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft nun vor Ort die Situation im Milkeler Territorium, um die Hintergründe und mögliche Ursachen aufzuklären, sowie dem unerwünschten Verhalten entgegenzuwirken.

Wolfswelpen verbringen in den ersten Lebensmonaten viel Zeit an sog. Rendezvousplätzen, wo sie sich viel alleine aufhalten. Die Altwölfe kommen nur sporadisch dorthin, um die Welpen zu füttern.

Insbesondere Welpen können gewollt oder auch unbeabsichtigt so stark an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt (habituiert) werden, dass sie die Anwesenheit oder Annäherung von Menschen auf eine deutlich geringere Distanz zulassen als ihre Artgenossen. Wenn z.B. Menschen sich Welpen wiederholt annähern, gewöhnen sich diese an die unmittelbare Nähe von Menschen. Deshalb ist es wichtig, das Verhalten dieser Welpen auf keinen Fall zu verstärken. Das heißt, dass sie keine weiteren Begegnungen mit Menschen haben sollten, die sie mit positiven Erfahrungen verbinden. Sie dürfen auf keinen Fall angelockt oder gar gefüttert werden bzw. in der Nähe von Menschen Nahrung finden. Menschen sollen auch nicht versuchen sich den Tieren anzunähern, um z.B. ein besseres Foto zu bekommen, um den Gewöhnungseffekt nicht noch zu verstärken.   

Das Milkeler Rudel existiert seit 2008 und hat sein Kerngebiet in der Kernzone des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft im LK Bautzen. In diesem Jahr werden dort mind. 3 Welpen aufgezogen.

Um einen möglichst vollständigen Überblick über das Verhalten von Wölfen zu erlangen, sind Meldungen über Wolfssichtungen aus der Bevölkerung wichtig. Wolfssichtungsmeldungen werden entgegengenommen vom Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" (035772 46762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), den zuständigen Landratsämtern und dem LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland (035727 57762, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).