Wölfe in Sachen

07.10.2016:

Im Territorium des Rosenthaler Wolfsrudels (LK Bautzen) wurden in dieser Woche drei Wolfsübergriffe auf Schafherden gemeldet. Zwei Fälle ereigneten sich bei einem Tierhalter in Cunnewitz. Hier wurden in zwei aufeinander folgenden Nächten, zum 05.10. und zum 06.10., insgesamt 29 Schafe gerissen. Beim dritten Übergriff, der bereits in der Nacht zum 04.10. bei Ralbitz stattfand, wurden 3 Schafe getötet. In allen drei Fällen  wurden die 140 cm hohen Festzäune von Wölfen überwunden. Festzäune mit einer Höhe von mindestens 120 cm entsprechen dem definierten Mindestschutz. Es besteht also für die betroffenen Tierhalter Anspruch auf Schadensausgleich. Erfahrungsgemäß bieten Festzäune generell einen geringeren Schutz gegenüber stromführenden Zäunen, weil sie über keine abschreckende Wirkung verfügen, sondern eine rein physische Barriere darstellen. So können sie von Wölfen leicht untergraben oder bis zu einer bestimmten Höhe auch übersprungen werden. Elektrozäune mit einer Höhe von 100 – 120 cm, mindestens jedoch 90 cm, und ggf. „Flatterband“ bieten im Vergleich dazu einen wesentlich besseren Schutz. Voraussetzung dafür ist der fachgerechte Aufbau und Betrieb des Weidezaunsystems. Für größere Schäfereibetriebe ist zudem der Einsatz von Herdenschutzhunden eine sehr effektive Methode.

Um weiteren Nutztierschäden durch Wölfe vorzubeugen, sollten Tierhalter ihre Zäune eingehend auf Schwachstellen prüfen und diese ggf. zeitnah beseitigen. Im Territorium des Rosenthaler Wolfsrudels wird zudem empfohlen, zusätzlich „Flatterband“ (Breitbandlitze), welches ca. 20 - 30 cm über den Zaun gespannt wird, einzusetzen.

Bei Fragen können sich Tierhalter an die am Ende der Pressemeldung angeführten Kontaktpersonen wenden.

Bereits in den vergangenen Jahren kam es im Bereich des Rosenthaler Rudels vermehrt zu Übergriffen auf Schafe. Zum Anfang wurden dabei überwiegend ungeschützte oder nicht ausreichend geschützte Tiere getötet. Später kam es auch immer wieder zu Übergriffen auf Schafe, die nach dem Mindestschutz geschützt waren. Die Tierhalter wurden daraufhin vom sächsischen Wolfsmanagement angehalten ihre Schutzmaßnahmen zu überprüfen und ggf. zu verbessern (siehe PM des Kontaktbüros vom 14.09.2015).

Lernen Wölfe an schlecht geschützten Schafen, dass diese besonders einfach zu erbeuten sind, versuchen sie auch vermehrt an geschützte Tiere zu gelangen.

Der aktuell zu beobachtende Anstieg der Nutztierrisse im Spätsommer/Herbst entspricht dem typischen saisonalen Muster, das sowohl aus Deutschland als auch aus anderen europäischen Wolfsgebieten bekannt ist. Demnach finden in dieser Jahreszeit in der Regel die meisten Übergriffe statt, was zum einem vermutlich mit dem erhöhten Nahrungsbedarf der schon fast ausgewachsenen Wolfswelpen zusammenhängt. Zum anderen sind Kitze, Hirschkälber und Frischlinge, die im Frühling und Sommer für Wölfe eine besonders leichte Beute darstellen, im Herbst schon zu reaktionsschnellen Wildtieren herangewachsen.

Bei Fragen zu Herdenschutzmaßnahmen oder zur Förderung solcher können Tierhalter sich an die Landratsämter der Landkreise, die Außenstellen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Kamenz, Mockrehna und Zwickau oder an einen der folgenden Mitarbeiter wenden:

Zuständig für die Landkreise Görlitz, Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, sowie die Stadt Dresden ist Herr Klingenberger von der Biosphärenreservatsverwaltung in 02694 Malschwitz OT Wartha, Warthaer Dorfstraße 29 (Tel.: 0172 / 3757 602, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Zuständig für die Landkreise Nordsachsen, Leipzig, Mittelsachsen, Zwickau, Erzgebirge und Vogtland, sowie die Städte Leipzig und Chemnitz ist Herr Klausnitzer vom Fachbüro für Naturschutz und Landschaftsökologie in 04741 Roßwein, OT Haßlau, Nr. 29a (Tel.: 0151 / 5055 1465, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).