Wölfe in Sachen

Der Wolf war in Deutschland einst überall heimisch, was anhand zahlreicher Orts- und Flurbezeichnungen, die den Namen "Wolf" tragen, auch heute noch erkennbar ist. Durch intensive Jagd auf den Wolf war Deutschland um 1850 weitestgehend wolfsfrei. In den folgenden Jahrzehnten tauchten immer wieder Einzeltiere, die aus Polen zuwanderten, vor allem in Ostdeutschland auf. Während der Wolf in der Bundesrepublik Deutschland seit 1980 eine „besonders geschützte Art“ nach der Bundesartenschutzverordnung war, wurde der Wolf auf dem Gebiet der ehemaligen DDR bis zur Wiedervereinigung 1990 als ganzjährig jagdbare Tierart eingestuft. Mit der bundesweiten Unterschutzstellung waren die Voraussetzungen für eine natürliche Wiederbesiedlung in Deutschland geschaffen.
Im Jahr 2000 gelang es einem aus Polen zugewanderten Wolfspaar in der Oberlausitz in Sachsen erstmals seit ca. 150 Jahren wieder Welpen in Deutschland aufzuziehen. In den folgenden Jahren fanden in Sachsen geborene und aus Polen zugewanderte Wölfe neue Territorien und gründeten weitere Familien (Aktuelles Wolfsvorkommen Sachsen).
Im Jahr 2009 gab es die ersten beiden Wolfsrudel außerhalb von Sachsen im Bereich Welzow (Brandenburg) und auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow (Sachsen-Anhalt). Seither breiten sich die Wölfe weiter in Deutschland aus.
 
Verbreitungskarte von Wölfen in Deutschland im Monitoringjahr 2015/2016 (Stand November 2016)
Bildautor/Quelle: Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) nach Monitoringdaten der Länder
 
Auf der Karte sind die in Deutschland nachgewiesenen Wolfsterritorien im Monitoringjahr 2015/2016 (Stand November 2016) dargestellt.
47 Wolfsrudel, 15 Wolfspaare und 4 territoriale Einzeltiere
Das Monitoringjahr läuft jeweils vom 01. Mai eines Jahres bis zum 30. April des darauffolgenden Jahres. Der Zeitabschnitt umfasst ein biologisches „Wolfsjahr“, von der Geburt der Welpen bis zum Ende ihres ersten Lebensjahres. Die Angaben zu abgelaufenen Monitoringjahren können sich fortwährend ändern, wenn neue Erkenntnisse eine Anpassung der Informationen nötig machen. Beispiel: Wenn im laufenden Monitoringjahr ein neues Wolfspaar mit Reproduktion (Rudel) nachgewiesen wird, muss dieses schon im vergangenen Monitoringjahr als Wolfspaar existiert haben.
 
Aktuelle Informationen zum Wolfsvorkommen in Deutschland, sowie die Entwicklung des Vorkommens seit 2000 finden Sie auf der Internetseite der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW). Außerdem bietet die dortige Übersicht von Ansprechpartnern zum Thema Wolf in den verschiedenen Bundesländern die Möglichkeit Ihren jeweiligen Ansprechpartner vor Ort zu finden: www.dbb-wolf.de
 
Die Wölfe in Deutschland gehören zusammen mit den Wölfen in Westpolen zu der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation. In Westpolen wurden im Monitoringjahr 2015/2016 von der Association for Nature WOLF (AfN Wolf) insgesamt 53 Wolfsrudel bzw. -paare nachgewiesen.
 
Bildautor: IFAW - International Fund for Animal Welfare
Quelle: Deutschland: Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes (DBBW) nach Monitoringdaten der Länder; Polen: "Naturschutzverein Wolf", Dr. Sabina Nowak und Robert W. Mysłajek