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Der Wolf hat im Freistaat Sachsen folgenden gesetzlichen Schutzstatus:

Internationales Recht

Washingtoner Artenschutzabkommen (Anhang II)

Berner Konvention (Anhang II).

Europäisches Recht

EG Verordnung 338/97 (Anhang A) und

Fauna-Flora-Habitat (FFH) Richtlinie 92/43/EWG (Anhang II, Prioritäre Art, An­hang IV, Art. 12 und 16).

Bundesrecht

Bundesnaturschutzgesetz (Streng geschützte Art nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 i. V. mit § 44) und

Tier­schutzgesetz.

Landesrecht

Sächsisches Naturschutzgesetz

Sächsisches Jagdgesetz und Sächsische Jagdverordnung.

 

Nach EU-Recht genießt der Wolf als FFH-Art des Anhangs II (prioritäre Art) und des Anhangs IV in Deutsch­land den höchsten Schutzstatus. Das formulierte Schutzziel der EU ist die Erhaltung bzw. Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands prioritärer Arten. 

Entsprechend der Definition in "Leitlinien für Managementpläne für Großraubtiere in Europa auf Populationsebene" (Linell 2008) ist der günstige Erhaltungszustand einer isolierten Wolfspopulation mit etwa 1000 adulten Individuen erreicht. Ist eine Population mit anderen Populationen so vernetzt, dass die Zuwanderer eine genetische und demographische Wirkung haben, so kann ein Bestand von mehr als 250 erwachsenen Tieren ausreichen, um den Bestand als „nicht gefährdet" einzustufen.
Der strenge Schutz des Wolfes gilt in Deutschland unabhängig vom Erhaltungszustand der Art. Änderungen nach Erreichen eines günstigen Erhaltungszustandes können deshalb nicht alleine vom Freistaat Sachsen herbeigeführt werden. Vielmehr ist eine Abstimmung auf Bundesebene mit den Nachbarländern, insbesondere Polen, erforderlich und bedarf der Zustimmung der EU.

Konkret besteht für den Freistaat Sachsen die Aufgabe, einen positiven Beitrag zu einem günstigen Erhaltungszustand der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation zu leisten.


Nach der FFH-Richtlinie sind „alle absichtlichen Formen des Fangs oder der Tötung ...", sowie „... jede absichtliche Störung ..." und „... jede Beschädigung oder Vernichtung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten ..." untersagt. Im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und SächsJagdG wurden diese Forderungen eins zu eins übernommen. Nach § 7 Abs. 2 Nr. 14 und § 44 BNatSchG ist der Wolf streng geschützt.