Totfund eines Wolfswelpen in einem Pferdestall im Landkreis Görlitz

20.03.2018:

Am 18.03.2018 wurde in einem Pferdestall am Ortsrand von Jerchwitz (Gemeinde Hohendubrau, LK Görlitz) ein toter Wolfswelpe aufgefunden. Nachdem die Besitzerin des Pferdehofes die Polizei über den Totfund informierte, welche die Meldung weiterleitete, fand eine Vor-Ort-Begutachtung durch Mitarbeiter des LUPUS Institutes für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland und des Landratsamtes Görlitz statt.

 20180318SN KO Rudewelpe 7 Copyright

Abbildung: Toter Wolfswelpe in Jerchwitz (Foto: Lupus Institut)

Bei der Untersuchung des Kadavers durch das LUPUS Institut konnte eingeschätzt werden, dass der männliche Wolfswelpe erst vor kurzem gestorben sein musste. Der Wolf befand sich in einem schlechten Gesundheitszustand und war für sein Alter unterentwickelt (verhältnismäßig klein und leicht), was auf eine schon länger bestehende Erkrankung hindeutet. Zudem wies er starke Räudesymptome auf. Die Todesursache ließ sich bei der äußerlichen Untersuchung nicht feststellen. Der Wolf wurde zur weiteren Untersuchung und Ermittlung der Todesursache an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin übergeben.

Der Fundort liegt im Territorium des Kollmer Rudels. Fotofallenaufnahmen belegen, dass die Welpen dieses Rudels bereits im Sommer Räudeanzeichen aufwiesen. Klarheit über die Rudelzugehörigkeit des toten Wolfswelpen soll eine genetische Untersuchung am Senckenberg Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen bringen.

Bei der Untersuchung des relativ abgelegenen, von wenigen Wohnhäusern umgebenen Pferdestalles und dessen Umgebung, fanden sich keine Anhaltspunkte darauf, wie und wann der Wolf in den ständig offen stehenden Stall hineinkam, und wie lange er sich dort befand. Die im Stall in separaten Boxen untergebrachten Pferde und Kleintiere waren unversehrt und zeigten normales/entspanntes Verhalten.

Es handelt sich bislang um den ersten bekannten Fall, bei dem ein toter Wolf in einem Stall aufgefunden wurde. Von Füchsen ist bekannt, dass sie, wenn sie verletzt oder krank sind, unter bestimmten Umständen Schutz und Wärme in Heu- oder Strohlagern, manchmal auch in Stallungen suchen. Da der Fellzustand des Wolfswelpen auf Grund der Räude sehr schlecht war, ist denkbar, dass er im Stall Schutz vor der Kälte suchte.

Bitte unterstützen Sie das Monitoring – melden Sie jegliche Wolfshinweise wie Losungen (Kot), Risse, Sichtungen, Spuren und Totfunde an die jeweilig zuständigen Landratsämter oder an die nachfolgenden Stellen:

LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland
Tel.: 035727 57762, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen“
Tel.: 035772 46762, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen