Neues von den Wölfen

30.07.2012:
Auch in diesem Jahr haben die sächsischen Wölfe wieder Nachwuchs. Noch konnte zwar nicht abschließend geklärt werden, wie viel Junge in den Rudeln geboren wurden, und aus einigen Rudeln (Seenland, Königsbrück und Niesky) fehlt noch die Bestätigung, aber die Experten gehen davon aus, dass es in allen sieben in Sachsen bekannten Wolfsrudeln Welpen gibt.
Die im Mai blind und taub geborenen Wolfswelpen verlassen etwa nach drei bis vier Wochen ihre Wurfhöhle und erkunden mit zunehmendem Alter immer weiträumiger das Rudelterritorium. Die Welpen wachsen rasch heran und sind schon Ende September mit ca. 6 Monaten aus der Entfernung von der Größe kaum noch von ihren Eltern zu unterscheiden. Um den mit dem raschen Wachstum verbundenen Nahrungsbedarf der Welpen zu decken, müssen die Elterntiere im Spätsommer / Herbst besonders viel Nahrung herbei schaffen. Ab Herbst werden sie auf den Jagdausflügen teilweise schon von den Welpen begleitet. Auch wenn die Hauptbeute nach wie vor Schalenwild ist, werden die Wölfe auf ihren ausgedehnten Streifzügen unzureichend geschützte Nutztiere, vor allem Schafe und Ziegen, als Beute nicht verschmähen. Diese stellen für den Wolf im Vergleich zu wildlebenden Huftieren eine besonders leichte Beute dar.
Aus den Erfahrungen seit dem Jahr 2002 ist bekannt, dass besonders in der Zeit von August bis November vermehrt mit Nutztierrissen durch Wölfe gerechnet werden muss. Tierhalter, die ihre Schafe und Ziegen im Wolfsgebiet nicht über Nacht einstallen können sollten gerade jetzt regelmäßig ihre Schutzzäune prüfen, ob sie noch richtig stehen und ob bei stromführenden Zäunen die entsprechende Spannung anliegt. Die Umzäunung darf keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten. Wichtig ist auch, dass alle Seiten der Koppel geschlossen sind – über offene Gräben können Wölfe leicht in die Umzäunung eindringen.

Bei weiteren Fragen zu den Schutzmaßnahmen und zur Förderung stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises und Herr Klingenberger von der Biosphärenreservatsverwaltung unter der Telefonnummer 0172/3757602 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.

Nachwuchs bei den Lausitzer Wölfen

03.07.2012:
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Zwei Welpen des Milkeler Rudels 2012
In der letzten Woche konnten bei den Lausitzer Wölfen, mittels Aufnahmen automatischer Kameras („Fotofallen"), die ersten Nachweise für Nachwuchs in diesem Jahr erbracht werden.

Im sächsischen Milkeler Rudel gibt es 2012 wieder mindestens zwei Welpen. Der Rüde dieses Rudels wurde im Februar dieses Jahres bei Königswartha (Landkreis Bautzen) verletzt im Wald gefunden. Nach tierärztlicher Untersuchung und in Rücksprache mit Fachleuten, entschied die zuständige Naturschutzbehörde, das Tier einzuschläfern, da kaum Heilungschancen bestanden (das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" berichtete am 17.02.2012). Kurz danach gab es bereits Hinweise darauf, dass sich ein neuer Rüde in dem Territorium aufhält.

Drei Welpen im Spremberger Rudel
Im Spremberger Rudel, welches letztes Jahr zum ersten Mal Welpen hatte, konnten in diesem Jahr bereits mindestens 3 Welpen bestätigt werden. Das Spremberger Rudel hat sein Territorium sowohl auf sächsischer als auch auf brandenburgischer Seite.

Neues von den Lausitzer Wölfen

27.02.12:
In Sachsen konnte bei Niesky (Landkreis Görlitz) ein neues Wolfsrudel bestätigt werden. Dies hat die Auswertung der Monitoringdaten des Winters ergeben. Ende November 2011 wurde wiederholt frische Wolfslosung (Kot) im Gebiet bei Niesky gefunden. Im Dezember 2011 lieferten Fotofallenaufnahmen (selbstauslösende Kameras) den Nachweis von mindestens vier Tieren, darunter Welpen. Die seither regelmäßigen Kotfunde und Fotofallenaufnahmen aus diesem Gebiet und die Tatsache, dass die beiden westlich und nördlich angrenzenden Wolfsfamilien (Nochten und Daubitz) in ihren Territorien weiterhin bestätigt wurden, lassen den Schluss zu, dass es sich hierbei um eine neues Rudel, das Nieskyer Rudel, handelt.

Im Bereich Zschornoer Heide (Südbrandenburg), wo seit 2007 ein Wolfspaar ohne Nachwuchs nachgewiesen werden konnte, zeigte eine Fotofallenaufnahme im Winter drei Wölfe. Ob es sich bei dem dritten Tier um einen Welpen handelt, ist noch unklar. Fachleute sprechen jedoch bei mehr als zwei Wölfen von einem Rudel.

Aktuell sind somit in der Lausitz 11 Rudel und ein Wolfspaar (Seese, Südbrandenburg) nachgewiesen. In drei dieser Rudel konnten im laufenden Monitoringjahr keine Welpen bestätigt werden (Welzow, Daubitz, Zschorno); sie bestehen zurzeit nur aus 3 bzw. 4 Wölfen.
Drei Rudel (Welzower-, Zschornoer- und Lieberoser Rudel) sowie das Wolfspaar im Bereich Seese leben im südbrandenburgischen Teil der Lausitz, sieben Rudel (Daubitzer-, Nochtener-, Nieskyer-, Daubaner-, Milkeler-, Seenland-, Königsbrücker Rudel) leben in Sachsen und ein Rudel (Spremberger Rudel) hat sein Revier sowohl auf sächsischer als auch auf brandenburgischer Seite.

Information zur Sichtungsmeldung von zwei Wölfen in Göbeln

15.12.2011:
Am 14.12.2011 gab es in den Medien die Meldung, dass am Dienstagmorgen, dem 13.12.2011, zwei Kinder auf dem Weg zum Schulbus in Göbeln (Landkreis Bautzen) zwei Wölfen begegnet sind. Die beunruhigten Eltern wendeten sich an einen ortsansässigen Jäger. Dieser riet ihnen den Bürgermeister zu verständigen und informierte die Presse.

Das Wolfsmanagement nahm den Kontakt mit der Familie auf, um im Gespräch mehr über die näheren Umstände der Begegnung zu erfahren.
Nach den Veröffentlichungen in der Presse zu der Sichtung meldete sich heute ein Hundehalter aus Särchen, dem Nachbarort von Göbeln, beim Wolfsmanagement. Der Schäferhund eines Nachbarn war gemeinsam mit seiner Schäferhündin in der Nacht zum 13.12.2011 entlaufen. Am Morgen konnte der Hundehalter dann seine Hündin in Göbeln wieder einfangen.

Sichtungen von Wölfen sollten an die Untere Naturschutzbehörde des jeweiligen Landkreises oder an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz" unter der Telefonnummer 035772/46762 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gemeldet werden.

Stand Wolfsvorkommen Oktober 2011

24.10.11:
In der Lausitz sind aktuell 9 Wolfsrudel (Eltern und Nachkommen) nachgewiesen. Sechs dieser Rudel leben im sächsischen Teil der Lausitz, zwei (Welzower- und Lieberoser Rudel) im brandenburgischen Teil. Das neunte Rudel (Spremberger Rudel) hat sein Territorium sowohl auf sächsischem als auch auf brandenburgischem Gebiet. Im Raum Zschorno (Brandenburg) wurde wieder die Anwesenheit eines Wolfspaares bestätigt. Hier konnte in den vergangenen Jahren keine Reproduktion nachgewiesen werden. Ob die Tiere in diesem Jahr Welpen führen, ist noch nicht sicher.

Beim Welzower Rudel fand 2011 offenbar eine Veränderung der Lage und Größe des Territoriums statt. Durch die vom IFAW ermöglichten und mit Unterstützung des WWF und NABU durchgeführten Monitoringarbeiten konnte festgestellt werden, dass sich das Kerngebiet des Rudels offenbar vom Tagebau Welzow-Süd in den Raum Altdöbern/Greifenhain verlagert hat.
Außerdem gibt es in Süd-Brandenburg nördlich von Calau (Raum Seese) bestätigte Hinweise auf Wölfe. Bisher ist allerdings unklar, wie viele Wölfe in diesem Bereich leben.

Insgesamt wurden bisher im Sommer 2011 in den Rudeln 33 Welpen bestätigt. Im Daubaner Rudel wurden 7 Welpen, im Spremberger Rudel 6 Welpen, im Königsbrücker Rudel 3 Welpen und im Seenland- und dem Lieberoser Rudel jeweils 4 Welpen fotografiert. Im Nochtener Rudel wurde bisher nur ein Welpe fotografiert. Beim Milkeler Rudel gelang der Nachweis von 6 Welpen über Fotografien und Spuren. Im Daubitzer Rudel konnten 2 Welpen über Spuren bestätigt werden. Beim Welzower Rudel steht der Nachweis von Reproduktion dagegen noch aus.
Die angegebenen Welpenzahlen stellen die fotografisch nachgewiesenen bzw. über Spuren bestätigten Tiere dar. Es ist davon auszugehen, dass die Wurfgröße in einigen Fällen darüber liegt.

Ein freilebendes Wolfsrudel besteht i.d.R. aus einem Elternpaar und deren Nachkommen der letzten zwei Jahre (Welpen und Jährlinge). Im Alter von ein bis zwei Jahren wandern die meisten Jungtiere ab, auf der Suche nach einem eigenen Revier. Durch Abwanderung der Jährlinge und Geburt der Welpen schwankt die Anzahl im Jahresverlauf meist zwischen fünf bis zehn Wölfen pro Rudel.

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