Hunde mit Wölfen verwechselt

01.02.2007: Am 01.02.07 meldetet ein Bürger dem Wildbiologische Büro LUPUS, dass zwei junge Wölfe bei Reichwalde unmittelbar vor ihm am Straßenrand sitzen. Einer davon sei vermutlich verletzt. Die Wildbiologinnen fuhren sofort vor Ort und fanden zwei Hundewelpen vor. Beide hatten leichte Verletzungen an den Vorderbeinen und machten einen verängstigten Eindruck. Die Hunde wurden nach Horka ins Tierheim gebracht. Dort warten die Tiere auf neue Besitzer.

Lappjagd

26.01.2007: Am 26.01.07 fand die erste Lappjagd im Rahmen des BfN-Projektes "Pilotstudie zur Abwanderung und zur Ausbreitung von Wölfen in Deutschland" im westlichen Teil des TÜP Oberlausitz in der Neustädter Heide statt. Dabei wurden zwar zwei Wölfe in das Fangnetz getrieben, beide konnten jedoch entkommen.
Am Vortag waren 3 Wölfe aufgespürt und mit Hilfe von Förstern aus dem Bundesforstamt Lausitz eingelappt worden. Insgesamt ca. 5000 m Lappenzaun wurden dafür gezogen. Am Morgen des 26.01. wurde dann der Flaschenhals und die Fangnetze aufgebaut, während die Biologinnen von LUPUS kontrollierten, ob die Wölfe noch in der Umzäunung waren. An mehreren Stellen waren im Schnee die frischen Spuren der Wölfe zu sehen, die den Zaun mehrmals angewechselt hatten, sich aber nicht näher als 10 m herangewagt hatten. Eine Rotte Wildschweine war in der Nacht durch die Lappen gegangen, die Wölfe hatten das nicht gewagt. Circa 35 Treiber, darunter interessierte Einheimische, Waldarbeiter, Förster und Jäger, beteiligten sich an der Fangaktion. Bereits 30 min. nach dem sich die Treiberlinie in Bewegung setzte, lief ein Wolf in das ca. 1.5 km entfernte Fangnetz, konnte allerdings entwischen. Der zweite Wolf, der etwa 15 min später in das Fangnetz lief, stoppte im letzten Moment ab. Er rutschte zwar noch in das Netz, dieses fiel jedoch nicht herunter, so dass auch dieses Tier entkam. Der dritte Wolf, der sich noch in der Einlappung befand, ließ sich nicht in den Flaschenhals drücken, sondern schlüpfte offenbar zwischen den Treibern durch.

Hintergrund:
Im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens wurde das Wildbiologische Büro LUPUS vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit der Durchführung einer "Pilotstudie zur Abwanderung und zur Ausbreitung von Wölfen in Deutschland" beauftragt. Ziel dieses bis zum 31.12.2007 laufenden Projektes ist es, durch eine Untersuchung der Abwanderung der Jungwölfe mit Hilfe von GPS-Telemetrie Informationen über die Ausbreitung von Wölfen in der Kulturlandschaft zu gewinnen. Dafür sollen insgesamt 6 Wölfe aus beiden sächsischen Rudeln mit GPS-Halsbandsendern ausgestattet werden.
Vorzugsweise sollen Jungtiere gefangen und besendert werden. Über die Wanderrouten und den Verbleib der Jungwölfe, die in den letzten 4 Jahren mit Erreichen der Geschlechtsreife aus den Rudelterritorien abgewandert sind, liegen bisher kaum Informationen vor.

Stand Oktober 2009

19.10.2009: Im Oktober 2009 sind in der Lausitz 6 Wolfsrudel (Eltern mit Welpen) und ein Wolfspaar ohne Junge sicher nachgewiesen. Davon leben 5 Rudel im sächsischen Teil der Lausitz. Ein Rudel und das welpenlose Wolfspaar leben im brandenburgischen Teil der Lausitz.

Aktuelle Informationen zu Wölfen in Sachsen, Stand: September 2016

28.09.2016:

Aktuell gibt es in Sachsen 19 bestätigte Wolfsterritorien (Abb.1, Tab.1). Davon liegen 17 Territorien ganz im Freistaat Sachsen und zwei Territorien sind grenzübergreifend: eines zu Brandenburg (SP) und ein weiteres zur Tschechischen Republik (HW). Drei Wolfsterritorien (AH, RZ und Z) haben nur zu einem kleinen Teil ihr Gebiet auf sächsischer Seite und werden daher in den Nachbarländern mitgezählt.

Entwicklung in Sachsen:
Im letzten Monitoringjahr* 2015/2016 wurden im Freistaat Sachsen 15 Rudel, 3 Paare und ein territoriales Einzeltier nachgewiesen. Somit haben sich im Vergleich zu 2014 in Sachsen fünf neue Rudel (Königshainer Berge, Gohrischheide, Biehain, Cunewalde, Knappenrode) und drei neue Paare (Neustadt, Raschütz, Bernsdorf) etabliert.
Über die Nachweise der neuen Territorien in den Königshainer Bergen, der Gohrischheide, Neustadt und Raschütz (Raum Großenhain) berichtete das Kontaktbüro bereits. Die Auswertung von genetischen Untersuchungen ergab nun auch Klarheit in anderen Bereichen. Dies betrifft das Biehainer Rudel, im Bereich nördlich und südlich des Biehainer Forstes, und das Knappenrode Rudel südlich von Hoyerswerda. Auch aus dem Bereich Cunewalde konnten die genetischen Untersuchungen nun den Nachweis erbringen dass dort im letzten Jahr Welpen geboren wurden. Bereits im Herbst 2015 lieferten Fotofallenaufnahmen erste Hinweise darauf, endgültig geklärt wurde der Status des Vorkommens aber erst jetzt.
Zudem hat ein Wolfspaar südwestlich des Seenlandrudels im Bereich Bernsdorf ein neues Territorium etabliert, wie die Auswertung der genetischen Ergebnisse ergab.
Im Laufe des Frühsommers 2016 konnten zwei weitere neue Rudel (Raschütz und Neustadt) bestätigt werden (KB berichtete). In beiden Bereichen müssen sich also bereits im Monitoringjahr 2015/2016 Wolfspaare etabliert haben.

Das Gebiet um Neustadt (Spreetal) war von 2004 bis 2008 Kerngebiet des Neustädter Rudels. 2009 wurde es vom Milkeler Rudel übernommen. Nun hat eine Tochter des Milkeler Rudels hier ihr eigenes Territorium etabliert. Auch das Knappenroder Rudel, dessen Territorium am westlichen Rand des Milkeler Territoriums liegt, wurde von einer Tochter aus dem Milkeler Rudel gegründet.

Tote Schafe bei Schleife - kein Wolf

Zwei tote Schafe bei Schleife - kein Wolf

22. Januar 2007: Auf einer Weide im Schleifer Teichgebiet wurden in der Nacht zum 20.01.07 zwei tragende Mutterschafe von einem oder mehreren Hunden getötet. Die Weide war mit einem Euronetzzaun geschützt, der aber an einer Stelle von einem herabgefallenen Ast heruntergedrückt war. Zusätzlich bewachte ein 14 Monate alter Herdenschutzhund (Pyrenäenberghund) die etwa 100-Kopf starke Herde.
Die Bissverletzungen der getöteten Schafe sprechen, laut einem Gutachten des Wildbiologischen Büros LUPUS, deutlich für einen oder mehrere Hunde als Verursacher. Die Schafe wiesen hundetypisch starke Hämatome an den Keulen auf, die durch oberflächige Bisse (stumpfe bzw. kleine Eckzähne) verursacht wurden. Sie wurden nicht mit gezieltem Drosselbiss getötet, ein Schaf starb an Genickbruch. Von den getöteten Schafen wurde  - außer von Kolkraben - so gut wie nichts gefressen.
Der Herdenschutzhund konnte gegen den Angriff offensichtlich nichts ausrichten. Während der Einsatz von Herdenschutzhunden gegenüber Wölfen eine bewährte Schutzmaßnahme darstellt, lassen sich wildernde Hunde durch das Bellen und Drohen eines Herdenschutzhundes nicht generell abschrecken. Am 12.12.2006 hat es in dieser Herde bereits einen Zwischenfall mit einem Rottweiler gegeben, bei dem kein Schaf zu Schaden kam, die Herde aber ausbrach.

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