Wolfsvorkommen Sachsen

Informationen über den vorläufigen Stand des  Monitoringjahres (MJ) 2017/18 und des aktuell laufenden Monitoringjahres 2018/19 in Sachsen und anderen Bundesländern sowie zu vorhergehenden Monitoringjahren  finden Sie auch auf der Seite der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW).

Abgeschlossenes Monitoringjahr

Im Monitoringjahr 2016/17 wurden im Freistaat 14 Rudel und 5* Paare (CUN, DH, HW, LH und SHO*) nachgewiesen, deren Territorien größtenteils in Sachsen liegen. In einigen weiteren Gebieten (Löbau/Zittau, Massenei, Wermsdorfer Forst, Dübener Heide) ist das Vorkommen von Wölfen ungeklärt, da von dort nur wenige Wolfsnachweise vorliegen (Status unklar). Die ehemaligen Territorien des Seenland und Spremberger Rudels sind ebenfalls schraffiert dargestellt, weil es unklar ist ob diese Rudel noch existieren. Beide Territorien wurden noch am Anfang des Monitoringjahres 2016/2017 von den ursprünglichen Rudeln genutzt, jedoch konnten sie im weiteren Verlauf des Jahres dort nicht mehr nachgewiesen werden. Die Kerngebiete dieser beiden Territorien werden inzwischen, zumindest auf sächsischer Seite, von anderen Rudeln genutzt (für mehr Informationen s. unten bei Entwicklungen).
 
* Das Paar Stolpen/Hohnstein wurde rückwirkend ergänzt, da im MJ2017/18 ein Rudel bestätigt werden konnte. Es ist daher nicht in der Karte dargestellt.

 

Die Bestandserfassung erfolgt innerhalb des Monitoringjahres. Dies entspricht einem Wolfsjahr, welches am 1. Mai beginnt (Geburt der Welpen) und am 30. April des darauffolgenden Jahres endet.

Abb. 1:  Wolfsvorkommen in Sachsen im Monitoringjahr 2016/2017 (Stand November 2017). Die Darstellung der Territorien ist schematisch. Tatsächlich grenzen die einzelnen Territorien überall aneinander oder überlappen sich teilweise. Die gestrichelten Territorien haben ihr Gebiet nur zu einem kleinen Teil auf sächsischer Seite und werden daher in den Nachbarländern mitgezählt. Auch in den an das sächsische Wolfsgebiet angrenzenden Bereichen in Brandenburg und Polen gibt es flächendeckend Wolfspräsenz. Das Paar Stolpen/Hohnstein wurde rückwirkend ergänzt, da im MJ2017/18 ein Rudel bestätigt werden konnte. Es ist daher nicht in der Karte dargestellt.

Wolfsterritorien in Sachsen (Reviere ganz oder großteils im Freistaat) im Monitoringjahr 2016/17 und 2017/18:

Stand: 11.09.2018

 Abk. Name des Territoriums MJ 2016/17
MJ 2017/18  Informationen zum Territorium
 BI Biehain

Rudel mit 5 Welpen

Rudel mit 3 Welpen

nördlich und südlich des Biehainer Forstes; 2015 erstmals nachgewiesen
 CUN
Cunewalde Paar Rudel mit 2 Welpen Czorneboh bei Cunewalde, westlich Löbau; 2015 erstmals nachgewiesen als Rudel mit Reproduktion
 DH Dahlener Heide Paar Rudel mit 2 Welpen Dahlener Heide im Landkreis Nordsachsen; nachgewiesen seit 2016
 DN Dauban Rudel Rudel mit 4 Welpen Ostteil des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft/ Daubaner Wald; nachgewiesen seit 2008, die Fähe (FT9, "Frieda") trug 2013-2015 einen GPS-GSM-Halsbandsender
DUE Dübener Heide  - Paar Konnte im MJ2017/18 erstmals als Paar nachgewiesen werden
 DZ Daubitz Rudel mit 6 Welpen Rudel mit 5 Welpen Ostteil des Truppenübungsplatzes Oberlausitz; existiert seit 2006
GH Gohrischheide (SN/BB) Rudel mit 5 Welpen Rudel mit 3 Welpen Gohrischheide; erste Nachweise auf markierende Fähe und Welpen im Winter 2015/2016
GHD Großhennersdorf - Paar  
HW

Hohwald (SN / Tschechische Republik)

Paar Rudel mit 2 Welpen Hohwald (Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Bautzen), Großteil des Reviers in Sachsen, ein Teil in der Tschechischen Republik; von 2012 bis 2014 als Rudel mit Welpen nachgewiesen; 2017 erneut Reproduktion nachgewiesen, bei der Fähe handelt es sich nicht mehr um die ehemalige, sie stammt aus dem DN-Rudel
 KH Königsbrücker Heide Rudel mit 1 Welpe Paar Königsbrücker Heide; seit 2011 nachgewiesen
 KHB Königshainer Berge Rudel Rudel mit 2 Welpen Königshainer Berge; im Sommer 2015 wurde ein Welpe sowie die ehemalige Kollmer Fähe erstmals nachgewiesen
 KN Knappenrode Rudel mit 6 Welpen Rudel mit 7 Welpen Bereich um Knappenrode südlich Hoyerswerda, 2016 verlagerten sie ihr Territorium bis ins Seenland; nachgewiesen seit 2015
 KO Kollm Rudel mit 3 Welpen Rudel mit 4 Welpen Hohe Dubrau; bereits 2013/2014 war hier ein Rudel sesshaft, welches im Jahr darauf verschwand, 2016 hat sich ein neues Wolfspaar (eine Tochter des Daubaner Rudels und ein Sohn des Nieskyer Rudels) in diesem Gebiet etabliert und Nachwuchs gezeugt
 LH Laußnitzer Heide Paar unklar Laußnitzer Heide; seit 2013/2014 als Paar nachgewiesen, 2014 und 2015 Nachwuchs bestätigt, aktuell ein Wolfspaar bestätigt
 MI Milkel Rudel mit 4 Welpen Rudel mit 4 Welpen TÜP Oberlausitz West/ Neustädter Heide; nachgewiesen seit 2008
 N Neustadt Rudel Rudel mit 6 Welpen Gebiet um Neustadt (Spreetal), westl. Teil des TrÜPl; von 2004 bis 2008 Kerngebiet des Neustädter Rudels. 2009 wurde es vom Milkeler Rudel übernommen. Nun hat eine Tochter des Milkeler Rudels hier ihr eigenes Territorium etabliert; erste Reproduktion 2016
 NO Nochten Rudel mit 4 Welpen Rudel mit 5 Welpen TÜP Oberlausitz/ Tagebaugebiet Reichwalde; nachgewiesen seit 2005, eine Tochter des alten Nochtener Wolfspaares hat das Revier 2012 mit einem eigenen Partner übernommen
 NY Niesky Rudel Rudel mit 6 Welpen Gebiet um Niesky bis zur Krebaer Heide; seit Herbst 2011 erstmals nachgewiesen, die Fähe (FT8, "Greta") trug 2013-2015 einen GPS-GSM-Halsbandsender
 RA Raschütz Rudel mit 3 Welpen Rudel mit 1 Welpe Raum Großenhain; erstmals nachgewiesen 2016 als Welpen fotografiert wurden
 RT Rosenthal Rudel mit 2 Welpen Rudel mit 1 Welpe Gebiet um Ralbitz-Rosenthal (LK Bautzen); eine Tochter FT7 ("Marie") aus dem Milkeler Rudel, die 2012-2013 einen GPS-GSM-Halsbandsender trug, hat hier 2013 zusammen mit einem Rüden ein Revier etabliert, erste Reproduktion 2014
 SHO Stolpen/Hohnstein Paar Rudel mit 2 Welpen Konnte im MJ 2017/18 erstmals als Rudel bestätigt werden und wurde somit für das MJ 2016/17 rückwirkend als Paar nachgetragen. Einzelne Nachweise von Wölfen gab es bereit im September 2016.
 
Entwicklungen beim Wolfsvorkommen, Stand März 2017:

Das Bernsdorfer Wolfspaar existiert nicht mehr. Der Bernsdorfer Rüde war im Oktober 2016 tot aufgefunden worden, er starb eines natürlichen Todes. Der Verbleib seiner Partnerin ist bisher unklar. Allerdings hat sich in Brandenburg im Raum Hohenbocka ein neues Wolfsrudel etabliert, dessen Territorium sich bis in den Raum Bernsdorf im Freistaat Sachsen erstreckt.

Der Status des Seenlandrudels (SL) ist unklar, denn 2016/17 gab es Verschiebungen des Knappenroder Rudels ins Seenlandgebiet. Seither ist der Verbleib der Seenlandwölfe unbekannt.

Auch der Verbleib der Sprembergwölfe (SP) ist unbekannt, denn im Winter 2016 fand eine Verschiebung des Neustädter Paares ins Spremberger Kerngebiet statt.

Weiterhin sind aus den Gebieten Löbau/Zittau (LK Görlitz), der Massenei (LK Bautzen), und des Wermsdorfer Forstes (LK Nordsachsen) wiederholt Hin- und Nachweise von Wölfen bekannt.

Einzelne Nachweise von Wölfen außerhalb etablierter Territorien gab es zudem im Raum Altenberg im LK Sächsische Schweiz – Osterzgebirge (April 2017), im Vogtlandkreis bei Grünbach (März 2017) sowie in Tschechien an der Grenze zum Erzgebirgskreis bei Königswalde (Juli 2016).

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Wolfshinweise aus der Bevölkerung sind für das Wolfsmonitoring eine wertvolle Hilfe und können jederzeit an die Landratsämter oder das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung (Tel. 035727 57762, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) gemeldet werden.
Auch das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ (Tel. 035772 46762, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) nimmt Hinweise entgegen und steht darüber hinaus für jegliche Fragen zum Thema Wolf zur Verfügung.

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